Sonntag, 19. November 2017

Firmung in der Pfarrkirche von Esmoraca

Die Firmlinge aus Mojinete wurden mit dem LKW angeliefert
Die Firmlinge aus Mojinete wurden mit dem LKW angeliefert

Die Kirche war zur Firmung wieder sehr gut besucht
Die Kirche war zur Firmung wieder sehr gut besucht

Hier die Tauferneuerung der Firmlinge
Hier die Tauferneuerung der Firmlinge

Ich war dann auch noch der Firmpate von Oberministrant Elmer
Ich war dann auch noch der Firmpate von Oberministrant Elmer

Zur anschließenden Feier im Pfarrrosengarten gab es lecker Kuchen
Zur anschließenden Feier im Pfarrrosengarten gab es lecker Kuchen

Die Band des Collegio Esmoraca spielte zum Fest
Die Band des Collegio Esmoraca spielte zum Fest

17.11.2017
Am Freitagabend fand die Firmung in der Pfarrkirche von Esmoraca statt. Die Firmlinge von Mojinete kamen auf einem Lastwagen. Zuvor musste der Firm Pater in Villazon abgeholt werden und heute Morgen wieder hingebracht werden. Nach dem religiösen Teil wurde im "Rosengarten" noch etwas gefeiert ... es spielte die Band des Colegio Esmoraca.

Mittwoch, 15. November 2017

Tödlicher Unfall beim Goldabbau in Esmoraca

Große Beerdigung für verunglückten Goldsucher
Große Beerdigung für verunglückten Goldsucher
Verabschiedung in der Pfarrkirche von Esmoraca Bolivien
Verabschiedung in der Pfarrkirche von Esmoraca Bolivien
Dann fand das Seelenamt statt, zum ersten Male in meinen Jahren in Esmoraca war die Pfarrkirche supervoll
Dann fand das Seelenamt statt, zum ersten Male in meinen Jahren in Esmoraca war die Pfarrkirche supervoll
Ein letzter Segen
Ein letzter Segen
Der Agente Municipal saß im Fluss Esmoraca, wo Gold in größeren Rahmen abgebaut wird, am Sonntagnacht um 23:00 Uhr noch im Bagger, einem “gallo”, als dieser in ein Wasserloch zu rutschen begann und dann wurde in der Kabine irgendwie sein Schädel zerquetscht. Der tragische Unfall wurde dem TIO, gehört zu den Höllengeistern, zugeschrieben, der im Glauben der Leute besonders da ist, wo Gold ist. Zudem wurde der Firma angelastet, dass dem Tio an seinen beiden Tagen, dem Dienstag und Freitag, nie “geopfert” worden war. Normalerweise bekommt er an diesen Tagen Zigaretten, Räucherwerk und etwas Alkohol. Der Tio nahm dann, so der Glaube der guten Leut,’ seine Seele mit, die ein Yatiri aus Tupiza aber wieder freibekam. Mit einem Glöckchen und Räucherwerk begab sich dieser Montagnacht an den Unfallort und “befreite” so die Seele; Ja, und dann sagt man, dass nachdem der Teufel eine mitgenommen hat, die Goldausbeute jetzt steigen wird. Andiner Glaube und Brauchtum, an dem die Kirche sich eigentlich aber nie gestoßen hat.
Heute wurde er nun beigesetzt. Nach unseren Gebräuchen wurden ihm zunächst die Goldzähne entfernt, die würden ihn bei der ewigen Ruhe stören. Dann fand das Seelenamt statt, zum ersten Male in meinen Jahren in Esmoraca war die Pfarrkirche “supervoll”. Und nach der Eucharistiefeier ging es zum Friedhof. Da muss ich aber nicht mitgehen. Mein Part ist dann wieder die Feier der Hl. Messe am 8. Tag. An dem werden auch seine Kleider verbrannt.

P. Dietmar Krämer CP4PG
-- Für Infos, schöne Geschichten und Fotos haben Sie einen Blick auf: www.esmoraca-bolivia.org/
   

Dienstag, 14. November 2017

Esmoraca Bolivien

Ihr wollt vorbeikommen meldet Euch frühzeitig an
Ihr wollt vorbeikommen meldet Euch frühzeitig an
ESMORACA  liegt auf 3.500 m Höhe in der Provinz SUD CHICHAS, in bergiger Gegend, jeweils etwas mehr als 100 km von den größeren Städten Tupiza und Villazón entfernt, und ist CANTON,  also Verwaltungszentrum einer kleinen Region. Seit der Kolonisation  wurde und wird in Bergminen Gold, Antimon und Wolfram  gefördert. Die Zeit großer Funde ist allerdings vorbei.  Man sagt, daß das Dorf von Minenstollen untergraben ist.  Und in einem dieser Stollen sei, wie sollte es auch anders sein,  ein Goldschatz  aus den Wirren des Unabhängigkeitskrieges versteckt.  Argentinische Truppen hatten damals die Gegend unsicher gemacht.
In der Pfarrkirche ist Dr. Bartolomé de Alarcón beigesetzt, ein im Süden Boliviens und im Norden Argentiniens bekannter und geschätzter Geistlicher des vergangenen Jahrhunderts. Und auf dem heimischen Friedhof  ruht ein Mann aus Danzig.

Pfarrkirche in Esmoraca Bolivien
Pfarrkirche in Esmoraca Bolivien
 Im Dorf selber leben etwas mehr als 300 Leut’, zumeist Minenarbeiter mit ihren Familien, von der 10 km entfernten Wolfram- und Goldmine “Pueblo Viejo”. Neben  dem Bergbau betreiben viele aber auch noch etwas Ackerbau und Viehzucht. Hauptsächlich Mais wird angebaut und Bergziegen werden gehalten. Der ganze Cantón  mit weiteren 11 kleinen Dörfern, bzw. Gehöften zählt an die 1000 Seelen. Von daher ist’s verständlich, daß ich zur Stammpfarrei noch das nur 10 km entfernte Mojinete in Süd Lipez dazu bekam. Ein Colegio sowie eine Grundschule befinden sich auch im Ort. Derweil die Abiklassen in Llica meist um die 30 Schüler zählten, kommen hier in diesem Jahr gerade einmal 12 zusammen. Von wärmeren Esmoraca aus wurde früher das hoch gelegene und so kalte Lipez mitverwaltet. Bei meiner Amtseinführung hieß es, daß ich seit 80 Jahren wieder der erste Pfarrer vor Ort sei. Das von Esmoraca 10 km entfernte MOJINETE, direkt an der argentinischen Grenze gelegen, ist 2. Hauptort der Provinz Süd Lipez  und zählt mit seinen teils auf  4 000 m Höhe gelegenen Dörfern an die 800 Einwohner. Die zu Mojinete gehörenden Dörfern besuche ich zu Fuß, da es dorthin noch keine Straßen gibt. In Mojinete stehen auf knapp 3 200 m  Apfel- und Pfirsichbäume.

Hier blühen auch Pfirsichbäume
Hier blühen auch Pfirsichbäume
 In der Pfarrei Esmoraca, zu der auch Mojinete mit seinen Dörfern gehört, bin ich jetzt als Pfarrer seit April 2008 im Amte. Zu den Mineros, die einen Großteil der Schäfchen stellen, habe ich inzwischen ein gutes Verhältnis gefunden und es hat sich auch wieder ein Häufchen Pfarrjugend gebildet. Das Pfarrhaus in Esmoraca ist bewohnbar geworden, die aus der Spanierzeit stammende Pfarrkirche wurde neu gebaut und in der zweiten Jahreshälfte 2015 fertiggestellt.

Ich grüße Euch aus den Bergen im Süden von Bolivien
Ich grüße Euch aus den Bergen im Süden von Bolivien
SOZIALPROFIL von Esmoraca Oktober 2017
Das Dorf Esmoraca zählt derzeit über den Daumen gepeilt an die 300 Seelen. Arbeit bietet einigen Familienvätern ein “Flussbesitzer” unterhalb von Esmoraca, der mit Baggern das trockene Flussbett bis auf sechs Meter Tiefe umgräbt und verunstaltet: Ab 6 Metern beginnt der Felsen.

Zudem arbeiten ein paar in der ehemaligen Haus Mine “Pueblo Viejo” in Konstruktion. Das Bergwerk selber ist stillgelegt. Dann kommen Ackerbau und etwas Viehzucht hinzu. Bezüglich der Kirche dürften etwa 70% Katholiken sein, von denen an ”guten” Sonntagen” etwa 30% zum Gottesdienst kommen. Da sind wir im Vergleich zu DL also noch gut bestückt. Um die 20 % gehören zur Sekte “Maranatha”, allerdings bei weitem nicht alle “aktiv”, deren Pastor bis auf seinen Acker ohne Arbeit ist und seine restliche Zeit mit dem Abwerben minderjähriger Jugendlicher sowie Katholiken an unserer Peripherie füllt. Spezialität der Sekte ist das “nahende Ende der Welt” sowie “Krankenheilungen”. Die Sekte spricht hauptsächlich Mädchen an, die dann ihre Freunde mit auf ihre Seite ziehen. Pastorale Herausforderungen, die ein deutscher Pfarrer nicht kennt.
Ja, und der Rest sind liebe Leute, deren Gott, wie Paulus schreibt, eben der Bauch ist. Von den 20 Lehrern, eigentlich wichtige Leute im Dorf, haben nur bis zu 3 mit Kirche ´was am Hut, also 15 %. Sport als Fußball und Minifußball ist bei uns zu einer Art “Religion” geworden. Ein Turnier jagt das andere. Diese Mentalität fördert eben auch der bolivianische Staat. Den Pfarrpatron, den Hl. Franz, feierte ich diesmal mit einem Gottesdienst in der Mine Candelaria, in Esmoraca wären wegen eines dieser Fußballturniere nur ein paar ältere Herrschaften zur Kirche gekommen.
Zu meinem Sprengel gehören dann noch umliegende kleinere Dörfer, Campamientos von Minen und Gehöfte sowie das Municipio von Mojinete. In dem 8 Fahrtstunden entfernten Bonete Palca war ich kürzlich, um mit 10 Erwachsenen und 10 Kindern Gottesdienst zu feiern. In diesem Umfeld halte ich das Fähnlein einer lebendigen und solidarischen Pfarrgemeinde hoch. Also, Missionsarbeit ist auch “Knochenarbeit” und nicht nur von Erfolgen gekürt, man muss auch “einstecken” können.